Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem 13. Podcast, in welchem wir zusammen über unsere Erholungsräume nachdenken. Wie letztes Mal angekündigt, gibt es diesmal wieder einige Stimmen und Texte von Menschen, die ebenfalls im Spektrum leben.
Ich finde es immer bereichernd und inspirierend zu sehen und zu hören, wie unterschiedlich wir unsere Erholungsräume und unsere freien Zeiten gestalten. Vorab aber noch kurz etwas Informatives zu diesem Podcast.
Ich habe mich entschieden, nicht mehr wöchentlich, sondern neu allzwei wöchentlich zu podcasten. Gerade steht es um meine Energievorräte nicht so gut. Diese Folge gibt es nur noch von meiner eigenen neuen Podcastinstanz aus.
Die Folgen der alten Instanz werde ich demnächst löschen. Ich freue mich, wenn ihr von der alten zur neuen Instanz mitwechselt. Die Links dazu findet ihr in den Infos zum Podcast.
Jetzt aber zur großen und wichtigen Frage, was uns gut tut, wie wir neue Kraft schöpfen können und wie wir uns gut erholen können. Es gibt vermutlich so viele Arten, wie es Menschen gibt.
Viele Menschen müssen ja auch erst einmal lernen, sich überhaupt Gutes zu gönnen. Dieser Prozess ist eng mit Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen verknüpft, weil manche Menschen, gerade auch Menschen aus dem neurodivergenten Spektrum, oft auf Widerstände gestoßen sind, wenn sie ihre möglicherweise etwas unüblichen Bedürfnisse angemeldet haben, fällt es diesen Menschen oft schwerer, sich zu vertrauen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend gut für sich zu sorgen.
Wenn wir Zeit zur Verfügung haben, die wir frei gestalten können, zeigt sich oft, was wir wirklich brauchen. Wenn wir immer wieder Dinge getan haben, die uns erschöpfen als sie uns stärken, hören wir irgendwann, so wünscht es uns jedenfalls, damit auf.
Dazu gehört vielleicht, dass wir uns, weil es alle tun, regelmäßig ins Nachtleben stürzen oder anderes. Ich war noch ziemlich jung, als ich feststellte, dass ich nicht fürs Nachtleben taugte.
Lieber ging ich mit Freundinnen ins Kino, an eine Lesung oder spazieren. Auch in In Sachen Ferienzeit bin ich eher ruhig gestrickt, das war schon immer so. Aufgewachsen in sehr einfachen Verhältnissen bin ich mit Ferien auf der Terrasse groß geworden, mit Büchern auf dem Liegestuhl oder im nahen Wald oder im Garten auf Bäumen klettend oder auf meinem Lieblingsast im großen Nussbaum sitzend, später mit dem Familienhund durch die nahen Wälder streifend.
Im Rückblick und mit dem heutigen Wissen passte das ganz gut, denn am allerbesten erhole ich mich auch heute noch mit fiktiven Geschichten und in der Natur. Mit meinen ersten Ferienjobs kam die Reiselust, die aber nicht auf Städte, mehr auf Landschaften abzielte.
Meine erste größere Interrail-Reise führte mich zusammen mit zwei befreundeten Schwestern über Paris nach Irland, an die Westküste, ans Meer, wo wir eine gemeinsame Freundin besuchten.
Wir waren weniger in den Großen als in Kleinstädten unterwegs oder in Dörfern und wir schliefen in Jugendherbergen oder auch mal in ein Bad & Breakfast. Auf dem Rückweg schließlich London.
Alles in allem eine tolle Zeit, aber zugleich auch zwei Wochen pure Reizüberflutung. Ich erinnere mich noch gut daran, wie müde ich danach war. Auch meine Reise nach Israel mit meinem damaligen Partner und später meine sechs Wochen in Südamerika waren extrem reizintensiv.
Ich erinnere mich heute mit über 30 Jahren Abstand vor allem an schöne Landschaftserlebnisse und als Kontrast dazu an stressige Stadterlebnisse. Es waren tatsächlich immer die Fahrten über oder die Wanderungen, die bei mir so etwas wie Erholung und zur Ruhe kommen bewirkt hatten.
Städte waren schon in meinen jungen Jahren eher so das Gehört-eben-auch-dazu-Ding, das nicht wirklich erholsam, wohl aber spannend war. Ohne zu wissen, dass ich ADHS habe, war das damals schon so, dass ich solche Momente brauchte und suchte.
Mehr aber brauchte ich die dazwischen, das Tagebuch schreiben, das Durchatmen, das Sortieren. Schon als Kind steckte mich der eine große Bruder mit dem Campingvirus an und auch heute noch mit nahezu sechs Jahrzehnten auf dem Buckel liebe ich es, morgens den Zelt- Reißverschluss zu öffnen und allmorgentlich quasi neu in die Welt geboren zu werden.
Das Zelt ist im Laufe des Lebens mein Kokon, mein Schutzraum, meine Ruheinsel geworden. Es ist der rote Faden durch mein ganzes Erwachsenenleben und durch die verschiedenen Partnerschaften hindurch.
Wichtig ist, dass im Zelt neben meiner Matte mit dem Schlafsack drauf und drumherum alle Dinge dort liegen, wo sie müssen, damit die Voraussetzungen für eine gute und entspannte Nacht gegeben sind.
Das sind dann so Dinge wie Taschenlampe, Handy, Taschentücher, Kopfhörer, Oropax, zweite Decke oder Seideninlay, falls ich frieren sollte. Und auch wenn ich das Zelt abbaue und am nächsten Abend woanders wieder aufbaue, im Zelt drin sieht es auf meiner Liegeseite immer gleich aus.
Das muss so. Das gibt mir Sicherheit. Die Beschaffenheit meiner Unterwegszeiten hat sich im Laufe der Jahre und mit dem Älterwerden verändert. Als mein Partner vor nun bereits 15 Jahren wegen seines maroden Rückens beschloss, sich auf dem Jakobsweg gesund zu wandern, begann ich über Fernwandern nachzudenken.
Ein paar Jahre später beschlossen wir, unsere eigenen Pilgerreisen zu entdecken und zu erfinden. Ich konnte mir nämlich Übernachtungen in Pilgerherbergen, dazu noch in einem katholisch-christlichen Kontext, der so gar nicht meins ist, überhaupt nicht vorstellen.
Wir fingen an einer Flussmündung an und wanderten bergan bis zur Quelle. Schließlich landeten wir auf dem Gotthard, der die Süd von der Nordschweiz trennt. Was für ein Erlebnis!
Alles hatten wir dabei, auf dem Rücken im Rucksack, Zelt und Kocher, Schlafsack und Ästen. Manchmal schliefen wir unterm Sternenhimmel und wir badeten in immer kälter werdenden Bergbächen.
Ein sehr minimalistisches und relativ reizarmes Leben war das, körperlich zwar sehr anstrengend, doch mental wohltuend und erholsam. Bei unserer vierten solchen Flusswanderung erkrankte ich, sodass wir abbrechen mussten.
Daheim dann, genesend, kam die Erkenntnis, dass ich eigentlich gar nicht mehr mit einem 15 Kilo schweren Rucksack wandern mag und auch nicht jeden Tag von Ort zu Ort weiterziehen.
Lieber will ich ein bisschen verweilen. Also unternahm ich vor zwei Jahren das erste Mal seit langem wieder einmal eine Alleinreise, da der Liebste wegen eines Kunstprojekts ebenfalls allein unterwegs war.
Vorab hatte ich mir genau überlegt, was ich brauche und wie genau meine Reise aussehen soll. Es wurde eine Auto- und Zeltreise. Je zweimal übernachtete ich am gleichen Ort.
Unterwegs besuchte ich zwei in unterschiedlichen Städten lebende Freundinnen. Von Norddeutschland aus drehte ich westwärts ab und fuhr via Holland wieder zurück in die südlichen Regionen.
Alles im Voraus fein säuberlich geplant, die Route ebenso wie die Übernachtungsorte. Private Zellplätze auf dem Hinweg, holländische Minicampings auf dem Rückweg. Und wie gut das war!
Große Städte miedig, stattdessen fand ich was ich brauchte. Viel Natur, viel Ruhe, kleine Städtchen und Dörfer, Zeit für eigene Gedanken, Tagebuch schreiben, abends das Kochen vor dem Zelt.
Letztes Jahr reisten wir zu zweit so ähnlich durch das nahe Frankreich, nicht weit weg, irgendwo zwischen unseren beiden Zuhause. Wir blieben je vier oder fünf Nächte auf zwei Campingplätzen und haben jeweils von dort aus die Gegend erwandert, kleine Orte oder auch mal ein Museum besucht, was sich ebenso in den Weg stellte.
Innerhalb des festen Rahmens von Zelt und Zeltplatz kann ich relativ flexibel sein, was die Tagesgestaltung betrifft. Wir fragen jeweils unsere Tagesbedürfnisse ab und entscheiden, was wir am jeweiligen Tag brauchen und machen wollen.
Selbstgeplantes statt pfannenfertiges, möglichst weit weg vom Mainstream und möglicher Reizüberflutung. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wie ich mich gut erholen kann.
Großstädte sind nicht mein Ding. Städtereisen für mich unvorstellbar. Auch Fliegen ist für mich nicht mehr vorstellbar. Natürlich springe ich für Menschen in Großstädten, die ich besuchen will, auch mal über meinen Schatten, denn die Lieben in Berlin und Hamburg zu treffen, ist jetzt mal von neuem schön und wertvoll.
Ich tue es im Bewusstsein meiner Grenzen, plane entsprechend, auch die Ruhezeiten danach. Als Weihnachtsmuffelin und als Weihnachtsmuffel flüchten wir Ende Jahr jeweils für eine Woche oder zehn Tage Richtung Süden.
Südfrankreich und die Pyrenäen mögen wir ganz besonders. Wir suchen uns winzige Ferienwohnungen in den Bergen, Hügeln oder auch mal in Meeresnähe, meistens irgendwo in der Pampa.
Denn die sind meist zahlbar für uns und entsprechen unseren Bedürfnissen nach Ruhe. Der Liebste ist da zum Glück ähnlich gestrickt wie ich. Auch im Alltag erhole ich mich am besten in der Natur.
Ich habe das Glück, sehr flussnah zu wohnen. Gleich drei Flüsse sind in Spuck- und Badenähe. Dem Schwimmbad ziehe ich das Flussbad vor oder auch das Bad in einem See. Ich liebe es, in natürlichen Gewässern zu schwimmen oder auf dem Rücken liegend den Wolken zuzuschauen.
Selbst als ich früher in Städten gewohnt habe, war ich mehr im nahen Wald oder am Fluss als in der City. So, das war's von mir. Hören wir doch jetzt, was V'ger über seine Urlaube erzählt.
Hallo, hier ist V'ger aus dem Fediverse. Ich bin 43, bin seit Anfang 2024 alleinstehend und mittlerweile geschieden und ich bin alleinerziehend mit einem Teenager im Haus.
Ich habe in den letzten Jahren, glaube ich, so ein bisschen verlernt, wie ich mich richtig erhole. Ich fahre nicht mehr so gerne in Urlaub, beziehungsweise mir fehlt dafür aktuell einfach die Energie.
Das heißt, ich verbringe meine Zeit am liebsten tatsächlich alleine und zu Hause.
Das ist für mich halt einfach eine vertraute Umgebung und gibt mir die Ruhe, die ich dann halt auch entsprechend brauche, um meine Energie wieder aufzufüllen.
Ich bin früher tatsächlich auch gern in Urlaub gefahren, wobei ich sagen muss, dass meine besten Urlaube auch eher die waren, wo ich alleine war. Also zum Beispiel 2012 war ich halt für zwei Wochen in San Francisco.
Ich hatte damals die Spezialinteressen Baseball und American Football und habe mir dann zehn Baseball-Spiele und ein Football-Spiel innerhalb dieser zwei Wochen angesehen.
Sprich, das war schon ein sehr spezieller Urlaub, mit einem ziemlich klaren Ziel, eben diese Spiele alle zu gucken. Und das mag vielleicht jetzt auch irgendwie für den einen oder anderen total anstrengend Aber für mich war das tatsächlich einer der erholsamsten Urlaube, glaube ich, die ich jemals hatte.
Ich hatte zwar eine ziemlich starke Struktur durch diese Spiele, weil ich ja meine Tage sozusagen da rumplanen musste. Das hat mir persönlich aber tatsächlich überhaupt nichts ausgemacht damals.
Das hat mir eher sogar noch geholfen.
und ich habe dann im Vorwege auch ziemlich viel Zeit mit der Planung dieses Urlaubs verbracht. Also ich habe, glaube ich, ein Jahr vor diesem Urlaub schon angefangen zu planen mit den Flügen, in welchem Zeitraum muss ich das am besten buchen, weil ich ja die Saisonspiele noch nicht kannte und wo überschneiden sich diese beiden Saisons mit Football und Baseball.
Also das war schon eine ziemlich aufwendige Planung, die mir aber auch gleichzeitig sehr viel Spaß gebracht hat.
Und das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wenn ich in den nächsten Jahren vielleicht ein bisschen mehr Energie habe für sowas, dass ich dann durchaus auch wieder Urlaube plane, die dann nicht zu Hause sind, aber die dann ebenso ähnlich sein müssen wie dieser.
Es muss halt was sein, was mich total reizt und wo ich mich dann auch entsprechend ein bisschen drin vergraben kann in der Planung. Und ganz wichtig, dieser Urlaub wird dann wahrscheinlich auch für mich allein sein müssen.
Eine liebe neurodivergente Freundin, die ich spontan gefragt habe, wie sie sich am besten erholt, schrieb mir ebenso spontan zurück, dass ihr sowohl im Alltag als auch in der Ferienzeit das Stricken hilft, in ihre Erholungsblase zu kommen und sich einen Schutzraum zu schaffen.
Die 41-jährige Sonja hat mir eine Mail geschrieben, die ich hier gern mit euch teile. Ich finde Urlaub an anderen Orten generell schwierig, aus einer ganzen Reihe von Gründen.
Camping bedeutet, dass ich zwar garantiert zu viel Zeug dabei habe, aber wichtige Sachen trotzdem vergesse. Darüber hinaus ist Camping mit meinen beiden Hunden anstrengend, weil die alles und jeden anbelden, der oder die sich in 300 Meter um uns herum bewegt.
Ja, das würde vermutlich besser werden, wenn wir das öfters üben könnten. Dazu ist aber auch einfach oft keine Zeit. Hotel ist auch Stress. Das ist mit Hunden generell schwierig, da kann ich sie nicht allein lassen.
Ich bekomme als Veganerin auch nicht überall etwas zu essen und Selbstversorgung ist daher schwierig. Ich muss aber auch gar nicht unbedingt weit weg. An weit weg ist ja auch schon langes Autofahren ein Problem.
Das ist für mich anstrengend, sogar dann, wenn ich nicht selbst fahren muss. Fliegen kommt aus Gründen des Klimaschutzes nicht in Frage und wegen der Hunde. Aus dem letztgenannten Grund ist auch Bahnfahren einfach keine Option.
Die Hunde nicht mitzunehmen, kommen für mich nicht in Frage. Die gehören dazu. Ich habe mir meinen Alltag eigentlich so eingerichtet, dass ich mich da erholen kann, denn Erholung nur im Urlaub reicht für mich einfach nicht aus.
Mein Platz auf meiner Couch ist für mich ein Ort der Entspannung und Ruhe. Überhaupt mag ich es in meiner Wohnung ruhig. Einfach am Wochenende ein paar Kilometer raus und mit meinem Mann und den Hunden im Wald spazieren gehen, das ist für mich schon ausreichend Urlaub.
Zu warm darf es nicht sein. Damit komme ich auch nicht gut klar. Deshalb fahren wir, wenn wir doch wegfahren, oft nach Dänemark. Da ist es meist nicht so heiß und man hat viel Ruhe und Natur.
Für Ideen und Vorschläge für Urlaub an fremden Orten, der nicht überfordert, bin ich dankbar. Ich habe mich da noch nicht das Richtige gefunden. Ferienhaus ist Stress, weil ich auch da Dinge vergesse, unter anderem jedes Mal die Tatsache, dass man da wirklich jede Kleinigkeit mit hinnehmen muss.
Gewürze, Öl, im Prinzip die gesamte Küchenausstattung. Die Pfannen sind in Ferienhäusern immer eine Katastrophe, die Beschichtungen kaputt und alle Messer sind stumpf. Das stresst mich richtig.
Zitat Ende.
Jetzt gibt es eine Tonaufnahme von Katharina.
Hallo, ich bin Katharina, ich bin 35 und habe mit 32 glaube ich war das, meine Autismus- und Hochbegabungsdiagnosen erhalten. Und davor war immer so meine Vorstellung von Urlaub, das muss sein, ja das muss einfach frei sein, das muss unspießig sein, das heißt mir war es ganz wichtig mit dem Rucksack loszuziehen, nicht zu wissen, wo ich abends schlafe.
Und ja, alles irgendwie ganz cool zu organisieren. Und so habe ich auch einen Neuseeland-Trip organisiert, einen dreimonatigen. Und musste halt immer feststellen, ja, sobald ich in einem Hostel war, hat mich das wahnsinnig überfordert, dass ich keinen Rückzugsort hatte.
Die Küchen habe ich immer gemieden. Also da waren immer so viele Menschen, es gab so viele Möglichkeiten, mich anzusprechen. Kein Rückzug, nix. Das fand ich immer ganz furchtbar.
Also die Küchen waren immer der Ort, der absolut zu war. Ich saß ganz oft einfach nur in diesem Bett, das mir gehörte und bin da sitzen geblieben und habe daheim auch meine Kekse gegessen, um irgendwie Nahrung zu mir zu nehmen.
Und habe dann bei diesem Trip verstanden, okay, das funktioniert irgendwie für mich nicht und habe aber trotzdem alle anderen Formen von Urlaub immer mit Spießigkeit verbunden.
Und jetzt nach meinen Diagnosen kann ich ja ein bisschen so verstehen, warum ich andere Arten des Urlaubs, andere Arten der Erholung brauche und nutze diese, und fühle mich seitdem viel wohler, viel erholter und viel freier.
Und das bedeutet für mich vor allem, ich brauche einen einzelnen Raum, also ich brauche einen Raum, in dem ich Rückzug erlebe, ich brauche eine Umgebung, die eher ruhiger ist, das heißt also keine Hostels oder so, sondern eher Hotels, und ich brauche eine gewisse Struktur, eine gewisse Vorplanung.
Ich mag es nicht, wenn jeder Tag verplant ist, aber ich möchte so ungefähr wissen, was ich in dem Urlaub machen werde. Und ich habe inzwischen auch gelernt, dass bestimmte Ausflüge oder Touren, dass es mir viel leichter fällt, wenn die organisiert werden für mich und ich nicht das selbst machen muss.
Ich achte immer auf kleinere Gruppen. Ich möchte sowas auch nicht jeden Tag haben. Also ich will schon auch selbst losziehen. Aber dieser Anspruch, ich muss alles alleine managen und alles alleine hinkriegen, hat mir eigentlich die Erholung immer teilgenommen.
Von daher erlaube ich mir inzwischen Urlaube, bei denen ein gewisser Teil vorgeplant ist und ein gewisser Teil dann doch auch spontan gemacht werden kann, weil ich dann aber auch die Energie für das Spontane habe.
Und dazu kommt natürlich auch, ich brauche Pausen. Ich bin immer sehr interessiert an den Ländern und Regionen, in denen ich Urlaub mache und möchte da immer ganz viel entdecken.
Aber ich habe gelernt, Pausen zwischendrin zu machen und das es auch nicht dramatisch ist, wenn ich mal einen Tag am Strand verbringe, dass es nicht ein Desinteresse an einer Kultur ist, sondern dass das einfach die Pause ist, die ich für mich persönlich brauche.
Von daher, ich würde sagen, ich brauche als Erholung ein gewisses Maß an Spießigkeit.
Zum Abschluss lese ich euch noch vor, was Random Weirdo geschrieben hat. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder im Teenageralter und arbeite als Lehrkraft. Mein Mann und ich haben schon immer gern Urlaube gemacht, indem wir entspannt unterwegs sind, mit dem eigenen Auto, ohne Zeitdruck, mit flexiblem Programm, gern mit ein bis zwei Zwischenstops, um Freunde oder Bekannte zu besuchen.
Wir haben gern ein bisschen kulturelles Programm, um uns ein paar Sehenswürdigkeiten oder Museen anzuschauen. Es darf aber nicht zu viel sein. Wir beide gehen sehr gern essen und testen gern die lokale Küche.
Hotelurlaube liegen uns beiden nicht so sehr. Meinem Mann würde es weniger ausmachen als mir, aber ich brauche unbedingt viel Ruhe im Urlaub und bin nur in einer Ferienwohnung entspannt.
Mit den Kindern umso mehr. Als sie kleiner waren, haben wir uns nie viel vorgenommen im Urlaub, sondern den Tag gemütlich begonnen, lange gefrühstückt und sind dann los zum Tagesausflug.
Mit Freunden oder Familie wollten wir bisher nie verreisen. Uns ist das zu viel Stress. Für die Planung, Buchung und das Programm bin meist ich zuständig. Ich recherchiere sehr intensiv, bereite alles akribisch vor, schreibe genaue Praxis und überlege mir Ideen für Besichtigungen und Ausflüge, die wir dann je nach Laune und Wetter flexibel gestalten.
In den letzten Jahren tendierten wir mehr und mehr zu teilweise getrennten Urlauben. Mein Mann will maximal eine Woche weg, das ist mir aber in der Regel zu kurz. Also machen wir zu zweit eher verlängerte Paarwochenenden.
Unser Großer will viel Action, er ist daher am liebsten mit der Pfadfinder- oder Jugendgruppe unterwegs. Der Kleine und ich brauchen sehr viel Ruhe. Ich war ein paar Mal mit den Kindern allein weg, zweimal nur mit dem Kleinen.
Der Große möchte im Sommer mit mir nach Paris, das ist für den Kleinen der Horror. Doch mir tut es auch extrem gut, ganz allein wegzufahren. Dann brauche ich einfach Zeit für mich und möchte möglichst niemanden treffen, sondern allein sein, lesen, schreiben, Gitarre spielen, spazieren gehen.
Schon zwei, drei Tage wirken Wunder. Ich war aber auch schon zehn Tage allein in Frankreich. Ich finde es schön, Zeit zu haben und gute Freunde zu treffen, mit denen ich mich lang und intensiv austauschen kann.
Das geht aber nur für eine begrenzte Zeit, dann brauche ich wieder das Alleinsein. Überhaupt treffe ich liebe Menschen, um mich mit ihnen auszutauschen und nicht um etwas Besonderes zu erleben.
Ich finde es schade, dass mich Treffen, insbesondere in der Öffentlichkeit, so auslaugen, denn ich habe manche Menschen extrem gern um mich. Aber Erholung geht für mich eben am allerbesten allein.
Zitat Ende.
Ich bedanke mich herzlich bei euch, die ihr mitgemacht habt und bei euch, die ihr zuhört. Schön, dass ihr da seid. Das war's für heute. In zwei Wochen geht es hier weiter.
Falls ihr konkrete Fragen und Themenwünsche habt, schreibt mir bitte gern. Ich bin offen für Anregungen und Rückmeldungen aller Art. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören.
Ciao und bis zum nächsten Mal.